Agile Dokumentation von SW-Projekten

Beschreibung

Software-Entwicklungsprojekte sehen üblicherweise die Erstellung verschiedener Dokumente vor. Typische Beispiele sind die Spezifikation und die Entwurfsdokumentation sowie die Dokumentation von Code und Testkonzepten. Aber auch Dokumente zum Vorgehen im Projekt sind häufig vorgesehen. Ziel all dieser Dokumente ist es, Wissen im Team zu verbreiten und für spätere Projektphasen zu sichern.

Trotzdem ist traditionell die Dokumentation in vielen Projekten ein eher leidiges Thema. Im Extremfall wird überhaupt nicht dokumentiert; wenn doch, so sind die Dokumente häufig hoffnungslos veraltet. Dadurch geht Wissen verloren, und spätestens bei der Wartung eines Systems oder in Folgeprojekten entstehen Probleme, die dazu führen, dass das Rad oft neu erfunden werden muss.

Sollte man daraus die Forderung ableiten, in einem Projekt sämtliche Aspekte so gründlich wie möglich zu dokumentieren? Es gibt Entwicklungsmethoden, die dies verlangen. Aber abgesehen davon, dass solche Methoden bei Entwicklern oft auf wenig Gegenliebe stoßen, führt ihre konsequente Anwendung leicht zu einer solchen Menge an Dokumentation, dass vieles davon letztlich nicht gelesen wird. Der Aufwand, der in ihre Erstellung geflossen ist, zahlt sich nicht aus.

Wie schafft man die Gratwanderung zwischen dem Zuviel und dem Zuwenig an Dokumentation? Wie erreicht man die Balance zwischen Aufwand und Nutzen? Welche Dokumentation ist nützlich? Wie kann eine „optimale” Projektdokumentation aussehen?

Von den agilen Entwicklungsmethoden kommt die Empfehlung, sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren und diese mit Elan voranzutreiben. Kann man daraus etwas für die Dokumentation von Projekten lernen? Und falls ja, was? Haben agile Methoden nicht eher ein ambivalentes Verhältnis zur Dokumentation?

Tatsächlich fordern agile Methoden aber nicht den Verzicht auf Dokumentation. Stattdessen verlangen sie, Dokumente dann - aber halt auch nur dann - zu erstellen, wenn damit ein klarer Nutzen verbunden ist. Das klingt sehr vernünftig! Aber wie kann man diese Forderung in die Praxis umsetzen?

Die Teilnehmenden werden lernen, wie eine Projektdokumentation nach agilen Prinzipien abgewickelt werden kann. Sie werden in der Lage sein

  • aus dem Projektkontext heraus bewusst festzulegen, was dokumentiert werden soll, damit die Dokumentation genau die Themen erfasst, deren schriftliche Fixierung Vorteile bietet, was zu einem effektiven Einsatz der Projektressourcen führt;
  • die Dokumentation inhaltlich korrekt und qualitativ hochwertig, gleichzeitig aber kompakt und gut strukturiert zu gestalten;
  • einen geradlinigen und unbürokratischen Prozess für den Umgang mit Dokumentation zu entwickeln, damit Dokumentation nicht als lästige Pflicht sondern als Beitrag zur Unterstützung der anderen Projektaufgaben verstanden wird.

Die Teilnehmenden lernen schließlich, diese Ideen, Strategien, Methoden und Techniken in die Praxis umzusetzen, an die individuellen Bedürfnisse ihrer Projekte anzupassen und sie dort einzusetzen.

 

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