Linux, Open Source und Freie Software machen seit einiger Zeit von sich reden als stabile und sichere Alternative zu den sogenannten „etablierten”, meist proprietären Systemen. Dabei ist Linux ein spezielles Derivat von U-nix, dem wohl ältesten und nach wie vor am weitesten verbreiteten Mehrbenutzer-Betriebssystem sowohl für Server- als auch Benutzer-Anwendungen.
Linux wurde zunächst für eher kleine Rechner (vor allem für Desktop- und Home-PCs) konzipiert. Es hat sich aber in der Zwischenzeit zu einem anerkannten Betriebssystem für Systeme aller Größenordnungen gewandelt.
„Freie Software” (unabhängig von Linux als Betriebssystem) ist eine Untermenge der sog. „Open Source” Software, mit der heute jede Linux- und BSD-Distribution (BSD für Berkeley System Derivate, das erste Unix Derivat überhaupt) sowie Mac OS X (einem weiteren Unix-Derivat) für die verschiedensten Zwecke sehr reichhaltig ausgestattet ist.
Die Vergleiche zwischen der „proprietären" und der "frei-en" Softwarewelt und die entsprechenden Studien hierzu sind oft geprägt von einer eklatanten Verwechslung zwi-schen Lizenzen, Features und Leistungsfähigkeit der Software. Selten werden die für die jeweilige Software typischen Merkmale und die sich daraus ergebenden Einsatzmöglichkeiten berücksichtigt. So kommt es, dass z.B. Linux in einschlägigen Bewertungen mal besser, mal schlechter abschneidet. Hin und wieder wird der Aspekt der Freiheit bei der Nutzung, Modifikation und Weiterga-be Freier Software sogar völlig verwechselt mit einer vermeintlichen Kostenfreiheit, was zu groben Fehlein-schätzungen bei den Kosten von IT-Projekten führen kann.
Es ist deshalb für alle an Open Source Systemen und Freier Software interessierten Entscheiderkreise außerordentlich wichtig, die wesentlichen Unterschiede zu verstehen, die bei Freier Software vertretenen Lizenzmodelle und Entwicklungs-, Distributions- und Supportprozesse zu kennen sowie eine Kosten / Nutzen-Bilanz für verschiedene Szenarien ziehen zu können. Ferner müssen sie die vielfältigen Funktionalitäten und Einsatzmöglichkeiten Freier Software, von Middleware-Funktionsbaukästen bis zu Datenbank-Komplettsystemen, von Desktop- bis zu Serversystemen in unternehmenskritischen Anwendungen kennen und die Chancen und Risiken bei Migrationen und bei den dabei unvermeidlichen Mischformen von freier und proprietärer Software beurteilen können.
Das Seminar widmet sich praxisorientiert diesen Herausforderungen. Die Teilnehmenden erhalten die grundlegenden Informationen für die Analyse, Planung und Durchführung von Softwareerstellungs- und Migrationsprojekten, in denen Open Source bzw. Freie Software involviert ist. Sie lernen die gängigen OSS-Lösungsansätze sowie einige spezialisierte Erweiterungen für unternehmensrelevante Prozesse kennen und werden eine praxisorientierte Bewertung von Lizenz- und Dienstleistungsmodellen rund um Freie Software für ihr Unternehmen und für ihre eigene Arbeitsumgebung vornehmen können. Sie werden schließlich die Zusammenhänge verstehen, Argumentationshilfen haben und die Quellen kennen, aus denen sie im konkreten Individualfall selbst weiteres Material für ihre Projekte recherchieren können.