Modellieren mit BPMN

Beschreibung

Unternehmen, Organisationen sowie Verwaltungen erledigen tagtäglich eine Vielzahl von unterschiedlichen Aufgaben, und zwar durch ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder durch Software- sowie andere Systeme. Um diese Aktivitäten, die sogar immer umfangreicher und immer komplexer werden, sowie deren Zusammenspiel besser verstehen und gestalten zu können und um Einsparpotenzial zu erkennen, bietet die Prozessmodellierung ein vielfältiges Instrumentarium. Die Grundidee ist sehr einfach: Aktivitäten einer Organisation werden mit ihren vielfältigen Abhängigkeiten in einer graphischen Sprache als Prozess modelliert. Die resultierenden Prozessmodelle können zunächst dazu verwendet werden, bei allen Prozessbeteiligten ein gemeinsames Verständnis des Prozesses zu erlangen, bevor Überlegungen zur Verbesserung oder IT-technischen Realisierung des Prozesses angestellt werden.

Das Thema Prozessmodellierung ist nicht neu. Allerdings gab es bislang eine Vielzahl unterschiedlicher Sprachen, mit denen Prozesse ausgedrückt werden konnten, beispielsweise Ereignisgesteuerte Prozessketten (EPKs), UML Aktivitätsdiagramme oder Petri-Netze. Eine Konsolidierung dieser Sprachen zeichnet sich durch die Business Process Modeling Notation (BPMN) ab, die sich derzeit als de facto Standard der Geschäftsprozessmodellierung etabliert. BPMN ist gleichermaßen zur Darstellung fachlicher wie systemtechnischer Sachverhalte geeignet und kann damit als Bindeglied zwischen Business und IT angesehen werden. BPMN ist eine sehr ausdruckstarke Sprache, die eine kompakte und übersichtliche Modellierung komplexer Geschäftsprozesse erlaubt. Die BPMN wird heute von allen namhaften Herstellern im Bereich Geschäftsprozessmodellierung unterstützt. Der Standardisierungsprozess wird durch das internationale Gremium Object Management Group koordiniert, die wesentlichen Treiber sind die großen Softwareunternehmen IBM, SAP, Oracle und Microsoft.

Es gibt aber noch eine weitere Eigenschaft, die die BPMN von den oben genannten herkömmlichen Sprachen unterscheidet. Diese konzentrieren sich meist auf Prozesse innerhalb von Organisationen. Dabei wurde übersehen, dass Unternehmen miteinander interagieren, um Kundenwünsche zu bedienen. Diese Interaktionen finden durch die beteiligten Prozesse der Organisationen statt.

Betrachten wir als Beispiel die Angebotserstellung bei einem Hersteller, so wird dieser Prozess erst dann aktiv, wenn eine Anfrage eingeht. Diese wurde in dem entsprechenden Beschaffungsprozess des Käufers erstellt und dem Hersteller gesendet. Der Käufer-Prozess wartet dann darauf, ein Angebot zu erhalten. Dieses einfache Beispiel zeigt bereits, dass Unternehmen durch Prozesse interagieren, so dass die Modellierung von Prozessen innerhalb von Organisationen zu kurz greift. Stattdessen ist die Modellierung von Interaktionen zwischen Prozessen notwendig, so genannter Prozess-Choreographien.

Die BPMN stellt ein umfangreiches Instrumentarium an Modellelementen zur Verfügung, sowohl zur Modellierung von organisationsinternen Prozessen als auch von sogenannten Prozess-Choreographien. Dieses enthält nur wenige, einfach verständliche Grundformen, die in verschiedenen Varianten auftreten. Damit können Prozesse zunächst einfach modelliert werden, um erst dann Details hinzuzufügen, wenn man sich auf den prinzipiellen Ablauf verständigt hat.

Im diesem DIA-Seminar werden zunächst die Grundlagen der Geschäftsprozessmodellierung in knapper Form vorgestellt. Anhand konkreter Praxis-Beispiele werden die Sprachkonstrukte der BPMN stufenweise vorgestellt. Nach jeder Stufe werden die erlernten Konzepte anhand des Open-Source-Werkzeug Oryx zur Modellierung von konkreten Prozessen eingesetzt. Oryx unterstützt den kompletten Sprachumfang der BPMN und ist in herkömmlichen Webbrowsern ablauffähig. Regeln zur Geschäftsprozessmodellierung, so genannte Best Practices, sowie ein Ausblick auf aktuelle Entwicklungen in Richtung BPMN 2.0 schließen das Seminar.

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