Service-orientierte Architekturen (SOA) in der Praxis

Übersicht
  • Standards, Referenzarchitekturen
  • Geschäftsprozess-Management
  • Methodische SOA-Einführung
  • Service-Modellierung & Choreographie
  • SOA-Migration & Integration existierender Systeme
  • Assets, Patterns, Komponenten
  • Service-orientierte Anwendungen
  • SOA-Lifecycle-Governance
  • Werkzeuge im SOA-Lifecycle

10.05 - 11.05.2010 in Heidelberg
Referenten: Dipl.-Inform. Rainer Gimnich, Alois Hofinger

Der Begriff Service Oriented Architecture (SOA) wurde bereits 1997 geprägt, erhält aber erst jetzt weitreichende praktische Bedeutung. Unter SOA verstehen wir eine Architektur, die die Verbindung von Geschäftsanforderungen und ihren IT-Realisierungen als standardisierte Komponenten ermöglicht, die als Dienste (Services) genutzt werden. Diese Services sind wiederverwendbar und kombinierbar, um schnell auf veränderte Geschäftsanforderungen reagieren zu können. Services können als Web Services implementiert werden; dies ist jedoch nicht Voraussetzung für die Entwicklung einer SOA.

Die Einführung Service-orientierter Architekturen hat für viele Unternehmen einen hohen Stellenwert. Die Gründe dafür sind die unmittelbaren, Geschäft und IT verbindenden Vorteile einer SOA:

  • Wiederverwendung von Komponenten und Services, dadurch geringere Kosten und geringere Risiken in Entwicklung und Betrieb
  • Kürzere Software-Produktzyklen und Reduzierung der ‚time to market'
  • Nutzung und Erhaltung von Anwendungsinvestitionen durch Komponentisierung
  • Verfügbarkeit offener Standards für SOA und Web Services, damit größere Flexibilität in der Auswahl von Service-Anbietern
  • Konzentration auf Prozesse (die die Services nutzen) und nicht auf Anwendungsprogramme


Mit einer SOA verfolgt man Architekturziele wie Modularisierung, Kapselung, lose Kopplung, "Trennung der Belange" und Software-Wiederverwendung. Diese Ziele sind heute leichter zu erreichen als mit früheren Ansätzen (etwa CORBA). Das liegt zum einen an der heute vorhandenen technischen Basis: kostengünstige Infrastruktur, offene Standards, netzwerkbasierte Technologien, Internet-Akzeptanz und Reife der Entwicklungsumgebungen. Zudem erfordern der weiter bestehende IT-Kostendruck und die Komplexität der Anwendungslandschaften Verbesserungen im Sinne von vereinfachter Wartung, Abbau redundanter Funktionalität und Konsolidierung der oft komplexen Anwendungsschnittstellen. Für die Transformation und Migration von existierenden Systemen (Legacy Software) verfolgt SOA einen evolutionären Ansatz. Vorhandene Anwendungen lassen sich schrittweise in geeignete Services transformieren und über einen Integrationsansatz weiterentwickeln, der auch die gleichzeitige Entwicklung neuer Funktionalität mit einbezieht. Am Ende einer SOA-Einführung kann eine werkzeugbasierte "Choreographie" von Geschäftsprozessen stehen, deren Hauptelemente vollständig als Services realisiert sind.

Die schrittweise Umsetzung der Service-Orientierung in der Praxis ist ein wesentlicher Bestandteil des SOA-Konzepts. Jeder erreichte Integrationsstand manifestiert dabei einen gewonnenen Fortschritt. Die dabei entstehende Komponentisierung schafft die erforderliche Flexibilität für zukünftige Anforderungen und bildet eine wichtige Voraussetzung für die Akzeptanz und Performanz der SOA.

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