Agile Dokumentation von Software-Projekten

Übersicht
  • Sinn und Zweck guter Projektdokumentation
  • Angemessenheit von Inhalt und Umfang
  • Agiles Vorgehen
  • Korrektheit und Aktualität
  • Struktur, Organisation und Management
     

18.06.2010 in Köln
Referent: Dr. Andreas Rüping

Software-Entwicklungsprojekte sehen üblicherweise die Erstellung verschiedener Dokumente vor. Typische Beispiele sind die Spezifikation und die Entwurfsdokumentation sowie die Dokumentation von Code und Testkonzepten. Aber auch Dokumente zum Vorgehen im Projekt sind häufig vorgesehen. Ziel all dieser Dokumente ist es, Wissen im Team zu verbreiten und für spätere Projektphasen zu sichern.

Trotzdem ist traditionell die Dokumentation in vielen Projekten ein eher leidiges Thema. Im Extremfall wird überhaupt nicht dokumentiert; wenn doch, so sind die Dokumente häufig hoffnungslos veraltet. Dadurch geht Wissen verloren, und spätestens bei der Wartung eines Systems oder in Folgeprojekten entstehen Probleme, die dazu führen, dass das Rad oft neu erfunden werden muss.

Sollte man daraus die Forderung ableiten, in einem Projekt sämtliche Aspekte so gründlich wie möglich zu dokumentieren? Es gibt Entwicklungsmethoden, die dies verlangen. Aber abgesehen davon, dass solche Methoden bei Entwicklern oft auf wenig Gegenliebe stoßen, führt ihre konsequente Anwendung leicht zu einer solchen Menge an Dokumentation, dass vieles davon letztlich nicht gelesen wird. Der Aufwand, der in ihre Erstellung geflossen ist, zahlt sich nicht aus.

Wie schafft man die Gratwanderung zwischen dem Zuviel und dem Zuwenig an Dokumentation? Wie erreicht man die Balance zwischen Aufwand und Nutzen? Welche Dokumentation ist nützlich? Wie kann eine "optimale" Projektdokumentation aussehen?

Von den agilen Entwicklungsmethoden kommt die Empfehlung, sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren und diese mit Elan voranzutreiben. Kann man daraus etwas für die Dokumentation von Projekten lernen? Und falls ja, was? Haben agile Methoden nicht eher ein ambivalentes Verhältnis zur Dokumentation?

Tatsächlich fordern agile Methoden aber nicht den Verzicht auf Dokumentation. Stattdessen verlangen sie, Dokumente dann - aber halt auch nur dann - zu erstellen, wenn damit ein klarer Nutzen verbunden ist. Das klingt sehr vernünftig! Aber wie kann man diese Forderung in die Praxis umsetzen?

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