Die Wartung ist die bei weitem längste und teuerste Phase im Lebenszyklus eines Softwaresystems. Man weiss heute, dass die Wartung ca. 2/3 des Gesamtaufwands für den Bau und Betrieb eines Softwaresystems (von der ersten Vision bis zur Stilllegung) ausmacht. Dennoch wird diesem Aspekt in den Entwicklungsphasen seltsamerweise immer noch viel zu wenig Bedeutung beigemessen. Man muss sogar sagen, dass die Wartung von Softwaresystemen als letzte Phase des Software Lifecycles noch immer bzgl. ihrer Komplexität und der Notwendigkeit geeigneter Methoden und Werkzeuge zur angemessenen Durchführung unterschätzt wird.
Angesichts der immensen Kosten und hohen Risiken ist es in vielen Fällen durchaus angemessen, die Wartung als eigenständiges Projekt anzusehen und zu managen. Es gibt drei Gründe für Wartungsarbeiten, d.h. dafür, dass ein existierendes Produkt verändert werden muss:
Schließlich haben alle Wartungsarbeiten das Ziel, die Attraktivität des Produkts am Markt und damit seine Profitabilität zu erhalten bzw. zu erhöhen. Sie haben i.a. also durchaus eine nennenswerte Rentabilität.
Ein Produkt entwickelt sich durch Wartung im Lauf der Zeit weiter, durchläuft also einen Evolutionsprozess. Und da jedes Wartungsprojekt auf einer bestehenden Produktversion aufsetzt, sind wartbarer Quellcode und aussagefähige Dokumente, die bei der Erstellung früherer Versionen entstanden sind, für den Erfolg ausschlaggebend. Dies ist nur eine der Besonderheiten von Wartungsprojekten.
Wegen der hohen Kosten und Risiken der Wartung und ihrer Bedeutung für den geschäftlichen Erfolg eines Softwareprodukts ist es für alle Verantwortliche und Beteiligte unabdingbar, sich mit den Besonderheiten von Wartungsprojekten und den Managementmethoden und Werkzeugen für ihre erfolgreiche Durchführung vertraut zu machen.
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04.05.2010 09:30 UhrOrt: BerlinPlätze: 20